Kategorie-Archiv: Musik im Bild

Der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Fotografen ist..

..daß der gute Fotograf seine schlechten Bilder nicht zeigt.

In diesem schlitzohrigen Statement steckt mehr drin, als auf den ersten Lacher aufblitzt. Denn – aha, so entnehmen wir diesem: der gute Fotograf hat auch schlechte Bilder? So,so!

Aber anscheinend erkennt er diese und kann von den guten scheiden. Und für sich behalten. Es geht also nicht (nur) um den Vorgang des Fotografierens als solchen, sondern um das Danach, um die Bewertung des Geschossenen. Um Selbstkritik. Um das Wissen darum, was ein gutes Foto ausmacht. Um das Ziehen der Zeig-her-Bremse. 87 aus 27.000.

Also: nicht nur draufdrücken, sondern vor allem beim Bewerten des geschaffenen Materials seine Erfahrung walten lassen. Und streng mit sich sein. Sehr streng. Denn: für sich im Stillen üben sollte, kann und darf ein jeder. So viel das geht. Nach draußen darf das Gute dringen – man erspart der Welt damit weiteres Minderwertige, zu dem sich ob Masse gerne auch das Mediokre hinzugesellen darf- also ne Art gentlemänmäßige Rücksichtnahme, eine Höflichkeit gegenüber den allzu beanspruchten NormalOhirnen. Oder soll ich gleich sagen: selbst initiierter small-data-Umweltschutz? ;-)

Alzoganzo, wie ich, in musikalischer Analogie, den grandiosen Song  dat dere hier mal nach den Guten aussiebe:

musikalische Retrospektive durch Frühjahrsputz

Die Art des Anlasses ist eigentlich Nebensache, im augenblicklichen Falle ist es das Erwachen des Putzwillens zur Frühjahrszeit: überfliege ich doch mal wieder mein fotografisches Musikerarchiv und picke hier einige gefällige Aufnahmen heraus, um sie dem Vergessen zu entreissen:Farbgewitter mit Lorenzo aufgenommen am 9. März vor schon wieder drei Jahren sieht man hier Jens Loh im Farbgewitter ;-) des Theatercafés. Tatsächlich versteckt sich hier noch Musiker #2 zwischen Farbflecken und Drumset, nämlich Patrick Manzecchi. Noch mehr Farbgewitter gibt hier im Mannheimer Jungbusch, als Spaniol4 die kunterbunt fleckig beleuchteten Bretter betritt. 8. Februar 2008 hier das Datum.. Jazz im Busch mit Spaniol4 Von draußen sieht das Ganze, diesmal am Abend des Gigs mit Christopher Dells DRA So aus, Besetzungsliste, Uhrzeit, Datum, Aufführungsort etc. inklusive: Jazz im Busch mit DRA David Anlauff bei Jam im Café der alten Feuerwache Bei diesem, etwas bearbeiteten Bild dürfen wir dem Schlagzeuger David Anlauff beim Jammen im Café der Alten Feuerwache Mannheim zusehen. Im höchsten Maße konzentriert, obwohl er eher abwesend wirkt.           Durch die Scheiben des oben erwähnten Cafés aufgenommen, das folgende “moody” Bild. Für mich eine perfekte Darstellungsidee von Late Night und Jazz. Könnte ein Cover mit entsprechender Musik zieren.. In der Durchführung noch verbesserungswürdig, die Atmosphäre stimmt aber:Jazz im Busch mit Spaniol4Zum Schluß der ersten Putzaktion noch ein eigentlich unmögliches Bild: 11 (!!) Musiker plus Instrumentarium auf der dafür eigentlich nicht geeigneten (da zu kleinen) Bühne der Mannheimer Klapsmühl. Wie ein conferencierender Geist davor mit Mikro: Bandleader und Kompositionsquelle Rainer Tempel. Wir schreiben den 11. April 2006 Rainer tempels Eleven live in der Klapsmühl Das Ganze wird im Zuge des anhaltenden Frühjahrsputzes fortgesetzt. Mehr bislang “offiziell” erwählte Musikerbilder auf meiner anderen Seite.

__________________________________________________________________________ Musik zum Putzen und Mitsingen heute:

Della Reese: “Della Della Cha Cha” RCA (BMG) 1960

various artists: “luxury house for an exciting vacation on san andrés islands” mixtrax 2001 Eva Mayerhofer “Lofty Ground”, Personality Records 2012 Logo by Soodlepoodle

logo: Soodlepoodle (eine Nebenleidenschaft)

Bilder zu Musik. Jetzt neu: Soodlepoodle auch in Japan erhältlich/sichtbar

Heute mal wieder: Ora et labora und die Nachwirkungen der vielen fotografischen Exkursionen zum Ziele der Postkartenfindung: Ich habe, gelinde gesagt, mehr Bilder, als ich jemals als Postkarte veröffentlichen werde.

Logischerweise, denn die “Zugangsbedingungen” in meinen Postkartenhimmel sind äußerst streng. Fast schon gewagt streng, denn sie unterliegen etwas, das ich nicht so recht beschreiben kann, beziehungsweise etwas, dessen Auflistung im Laufe der Zeit immer länger wird:

Natürlich ist es zuerst mein Geschmack und meine Ansicht darüber, was genau ein Bild ausmacht, das als Einzelnes wert wäre, ebenso einzeln auf ein Stück Karton gedruckt in den Kartenständern der Stadt zur Verfügung zu stehen. Geschweige denn – und einen Schritt weiter gedacht: seine Reise um die Welt anzutreten und an Hunderten von Kühlschränken, Schlafzimmerspiegeln und in der aktuellen Lektüre als Lesezeichen rund um den Globus ein würdiges Plätzchen zu finden. Dann kommt natürlich die Wucht des schon Geschaffenen dazu.

Als persönliche Meßlatte und Mahnung zur Wiederholungsvermeidung. Ebenso eine persönliche Weiterentwicklung. Mit ihr die Lust, etwas Neues auszuprobieren, trotz aller Verkäuflichkeitsbedenken meiner Neigung zum Experiment Futter zu geben. Zum Beispiel der neueste Plan, zur Stadt noch das pittoreske Land mit in den postalisch/fotografischen Fokus zu rücken. Und im Schwarzwald Nord Motive der natürlichen Schönheit zu entdecken und für den dort bedeutenden Tourismus sichtbar zu machen. Ermutigende Ergebnisse gelangen im November, deren Erstling man ab Januar hier als Prototyp entdecken mag.

Alle Nichtgewinner im Postkartenrennen haben trotzdem eine Chance. Zum Beispiel zur Veröffentlichung in Japan ;-) Wie im vorliegenden Fall, den ich schon im August mal kurz erwähnt habe: der bestandenen Tauglichkeitsprüfung als musikalisches Cover. Durch im Wortsinne weitreichende Bemühungen des Mannheimer Labelchefs Thomas Siffling kann man ab sofort auf der japanischen Amazon.co.jp Seite folgende Bilder plus zugehörige jazzig-loungige Musik hören und sehen:

..und hier hören: Electric Jazz, Groove Jazz

Das freut. Nicht nur: Bilder von mir anderswo im Netz ;-(. Sondern: gar angefragt und bezahlt- wow (Ihr wißt, was ich meine, nicht wahr, Johannes?!) Als altgedienter Tonträgerhändler kann ich darüberhinaus meine überaus kritische, in diesem Fall jedoch wohlwollende Meinung dazu kundtun: Sehr geglückt, diese Zusammenstellungen aus dem Hause Jazz’n'Arts. Kompliment, Thomas!

Postskriptum: Wer, neugierig geworden, auf die dazugehörige hiesige Seite surft, wird noch folgende drei Download-Alben finden:

Wobei das besoffen-blaue Balladencover noch eine ExtraStory birgt. Dazu in einem späteren Artikel mehr.. __________________________________________________________________________ Musik beim Schreiben heute:

various: “Groove Jazz- The Highway Edition” 2011, Jazz’n'arts

Das Cover Projekt – wie alles begann

Alles geschah aus einem Überschwang an Kreativität.

Wie so oft, wenn lange nix passiert an kreativer Interaktivität, dann jemand ne Idee anbringt oder gar ne Anfrage hat, schießt aus reiner Gestaltungslust der Soodlepoodle übers angemessene Pitching-Ziel hinaus und macht und macht, einfach aus reiner Lust am Machen. Obwohl es beim Entwerfen und Präsentieren im branchenüblichen Psychogeschleiche naturgemäß um effektiv demonstrierte Stundenbezahlung= wenige Entwürfe geht anstatt um angemessene Honorierung herausragender Ideen (die man zugegebenermaßen kundenseitig schwer als solche erkennen kann im Vorfeld, dazu noch aus einer wie auch immer gearteten Menge) und man zu diesem Zwecke sparsam mit seinen vorgetragenen Ideen ist, war mir diese “Technik” schon immer ziemlich schnurz.

Aus überschüssigen Ideen, das heißt solchen ohne Verwendung kann man später immer noch Kaninchen zaubern, die künftigen Hüten entspringen mögen. In diesem Punkt steh ich auf Vorratsanschaffung und -haltung, denn kreatives Gebremse aus strategischen Gründen nervt mich.

Außerdem bin ich – vielleicht sogar aus diesem Grunde- kein Designer im Beruf, kann diese Überlebens-Strategie somit links liegen lassen. So erstand unlängst eine Idee, die meine Erfahrung als Tonträgerhändler und Fotografierender zu etwas Neuem vereint: Start machte die Anfrage des Mannheimer Trompeters und Labelchefs Thomas Siffling nach 5 neu zu gestaltenden Covers für die Download-Section seines JAZZ´n´ARTS Labels. Da der Juli des Jahres zwar wettertechnisch arg enttäuschte, bislang aber von keinem mir bekannten Sommer an Fotogenität und fotografischem Output geschlagen wird, konnte ich mit einer Vielzahl von Bildern und flugs zusammengezimmerten Vorschlägen aufwarten.

Wie oben erwähnt eigentlich viel zu viel, nämlich genau vierundzwanzig. Aus denen wurden von Thomas ebenso fix fünf herausgedeutet. Und ich hatte nun 19 obskure Entwürfe übrig, die der reinen Experimentierlust und jahrzehntelangen Erfahrung mit der Kenntnis und Gestaltung von Covers für musikalische Werke entsprangen. Manche derart merkwürdig in der Anmutung, der Kombination von Titel und Bild, daß ich, kurz nachdem die Sache abgeschlossen war, anfing, mir diese wiederholt zu betrachten und auf die Frage (zurück)fiel, die es in meinem Charakterschutz Projekt I (2005-2009) in einem Interview schon vor Jahren gab, damals “das Gesamtwerk” von zehn CDs betrachtend:

Kenntest Du jetzt Deine eigene Musik (noch) nicht, was hieltest Du als Händler von Deinen Covers beziehungsweise was würdest Du dahinter vermuten?

Also hab ich aus den “restlichen” Covers folgende drei ausgewählt, die mir genügend Klischee-Ferne besitzen, um interessante musikalische Vorstellung über ihren Inhalt gebären zu helfen. Denn ein gutes Cover, das weiß nicht nur der Händler, läßt die Art der Musik vorausahnen, ja verstärkt im besten Falle die Rezeption, mit der die Musik dann gehört wird. Gibt den Klängen inside ein Gesicht, ja: erweitert gar das musikalische Werk per se:

european blips Eclipsis The Quietude

Bevor ich in einem künftigen Artikel hier auf die einzelnen Bilder eingehe und sie so mit einem beschreibenden Text verkomplettiere, mag ich sie erstmal einfach nur kommentarlos hier präsentieren und obige Frage an Sie/Euch weitergeben. Denn das ist das neue Projekt: Cover plus kurze Textbeschreibung ergibt eine Vision von neuer, ungehörter Musik. Ein neuer Impuls also ganz im Sinne der ersten Charakterschutz-Version. __________________________________________________________________________ Musik beim Schreiben heute:

Nightmares On Wax “A Word Of Science”, Warp Records, 1991

Yukio Yokoyama plays Beethoven “Bagatellen”, Sony BMG, 2007

Ach laß heute mal, ich guck mir Euer Konzert lieber auf youtube an

Wann eigentlich geht dieser bewußtlose Veröffentlichungswahn (endlich) mal nach hinten los? Das hab ich mich gefragt, als ich mal wieder tatenlos den Newsletter alter Bekannter zum Thema “Konzert am Mittwoch” erhalten habe. Denn da kamen zusätzlich zu den Terminen/Anfahrtsmöglichkeiten nämlich auch gleich noch drei Links auf youtube mit.

Die waren kurioserweise erst seit vier Tagen welche, denn darauf war das Vorgängerkonzert “dokumentiert”- ganz frisch, mit derselben Personage wie der, die in besagtem Newsletter annoncierte.

Ich also: klick zu: youtube.  Dort auf das Dreieck.  Und los gehts:

handgeschüttelt wackelig aus dritter Reihe aufgenommen- aha: ein FanVideo. Der Sänger insofern unglücklich von der Seite, da während aller acht Minuten ein links vor ihm stehenden Mikroständer mitten durchs Bild und quer überm Gesicht verläuft. Der Sound wie erwartet: State Of the Bootlegger Art. Mehrere Gedankenstränge nehmen ihren Lauf:

AHier wird geistiges Fremdeigentum verklappt. Dann noch von jemand, der sich selbst garantiert 100%ig als Fan bezeichnen würde. Kurioserweise geschieht dies aber nicht unbedingt illegal, sonst würden Bandmitglieder höchstselbst diesen Link nicht in den Newsletter packen sondern die Nummer ihres Rechtsanwaltes wählen und Geld mit ihm zusammen verdienen. Dumm dabei: man hat anschließend wieder (mindestens) einen Fan weniger.. Es könnte im Detail aber auch so aussehen: der Sänger, der die vorgetragenen Songs garselbst geschrieben hat, weiß das mit dem Video und dem Newsletterlink drauf überhaupt nicht- ob der das dann auch so als “Info” oder “Werbung” sieht: fraglich. Mir jedenfalls berichteten mehrere im Klassischen beheimatete Musiker voneinander unabhängig, daß sie schon ab und zu mal unvorbereitet einen filmischen Blick auf die eigene Person erhaschen auf irgendeinem Video-Upload-Kanal. Man beachte: z.u.f.ä.l.l.i.g! Ich kann mir auch vorstellen, daß es da eine professionelle Laxheit, Mutlosigkeit oder ein tiefsitzendes, über Jahre gewachsenes Gefühl der Kapitulation geben mag, da man als Einzelner niemals alle Veröffentlichungen kontrollieren kann in diesen Zeiten, da jeder dahergelaufene Begeisterte a) zählt und drum b) kaum vom Mitschneiden per Handy abgehalten werden kann. Bester und bezeichnendster Kommentar zu solcherart Privatdokumentation: “Der ist IMMER da (dazu ein augenrollendes “oh mein Gott!”), aber er kauft ALLES, was wir je rausbringen.”

bDie Darreichungsform, der “Serviervorschlag”, kurz: die Aufmachung des Videos “hat diesen Fan-Charme” würden die einen sagen, ich finde diese Art von Werbung für Musik, Bands, Konzertbesuche oder gar CD Erwerbungen, vom Gewinnen neuer Fanschichten mal zu schweigen schlicht als, äh: optimal kontraproduktiv. Vielleicht bin da auch zu a) anspruchsvoll, hab b) den allgemeinen Niedergang des Wertes von Qualität verpennt oder bin c) einfach schlicht nicht mehr up to date..

cWenn die beteiligten Musiker diese Links selbst in ihren Newsletter verschicken, kann das nur als Bestätigung für diese Art “Dokumentation” verstanden werden. Könnte man meinen. Bemerkenswerterweise kenne ich sehr wenige Musiker, die diese Art von unterirdischer Präsentation bei ihren Lieblings-Musikern dulden würden. Und nicht für gräßlich unter Niveau und als Schlag ins Gesicht der musikalischen Qualität und die Gesichter der Fans sehen würden. Kann aber auch nur der nicht mehr verstandesmäßig kontrollierbare Wunsch nach Beachtung, Fantum, Aufmerksamkeit sein, der alle anderen wirtschaftlichen Faktoren, die mit dem Produzieren von Musik zu tun haben, vernachlässigt. So was gibts tatsächlich!!

d

Solche Videos gibts oft zahlenmäßig weitaus mehr als offizielle, von Band oder gar Label produzierte Dokumente zur Promotion. Bei semi-bekannten lokalen oder Bands, die Nischenmusik machen sind solche Videos gar die einzigen bewegten Bilder. Daß sich Musiker eine dermaßen negative Werbung- schlechter Sound, schlechte oder gar keine Bühnenbeleuchtung, unvorteilhafte “Zustände” der Protagonisten wie verschwitzte, übermüdete, überanstrengte Gesichter, durch stage action schlecht sitzende Kleidung, fatale Blickwinkel im fotografischen Sinne siehe oben, alienhafte Bewegungen, Verspieler, peinliche Ansagen- von ausgerechnet ihren “Fans” gefallen lassen- Wahnsinn!

eHab ich Lust, zu einem Konzert zu gehen, bei dem Teile des Publikums Aufnahmen machen, gerne auch mal kurz übers zahlreiche Publikum schwenken, um die massenhafte Begeisterung nach den Stücken mit aufzunehmen plus die dadurch plötzlich für den öffentlichen Gebrauch bestimmten Zurufe oder Kommunikation mit oder aus dem Publikum? Mmh.

fwie Fazit: Ach laß heute mal, ….